Erlanger Preview beschert „Herren der Augenringe“
Bei einem zehnstündigen Kino-Event bis zum nächsten Morgen ist neben Enthusiasmus vor allem Kondition gefragt
 
Foto: André De Geare
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Das Alter der (meist noch recht jungen) Protagonisten spielte am gestrigen Spätnachmittag keine Rolle, da sie sich selbst festgelegt hatten: frühes Mittelalter, im und jenseits des Elbenlandes. Handelnde Personen: Bilbo und Frodo Beutlin, Gandalf der weiße Zauberer, widerliche Orks, Waldläufer, Angehörige der Rohirrin – und liebliche Elben, natürlich. Ort: Das Erlanger Manhattan (ausverkauft), das Cinestar, ebenfalls rappelvoll und ausverkauft. Der event: Die Preview des Dritten Teils des „Herrn der Ringe“, allerdings erst als letzter Teil aller drei(!) „Ringe“. Für die Elbe Fabienne Kretschmer aus Forchheim, ihren „Rohirrin“ Sebastian Heiderer und den Waldläufer Stefan Pfister, Student in Bamberg, ist die lange Laufzeit bis fast vier Uhr am Morgen kein Problem: sie haben einen gut gefüllten Picknick-Korb dabei.

Richtig ernsthaft gehen die Preview die Halbprofis des Rollenspiel-Vereins Granerben (www.granerben.de) an – eine verschworene Gemeinschaft von 30 Leuten, die sich im Wald und auf der Wiese zu abenteuerlichem Tun trifft. Sie (Cornelia Hammerbacher als Frau aus Rohan, Martin Liebscher als Zwerg, Jörg Lochmüller als Ringgeist oder Nazgul, und Karsten Brak als Waldläufer) sind zur Voraufführung des Films in täuschend echten Kostümen ins Cinestar gekommen und stellen sich mit Jan Scholten (Aragorn mit Schwert), Mattes Blohm (als Bilbo Beutlin) und dem Zauberer Gandalf (Christian Bauer aus Nürnberg) schon deshalb gerne den Fotografen, weil sie für die Nürnberger Pfeifenfirma Vauen die „original Ringe-Pfeifen“ dampfen lassen.

Was bewegt diese Abiturientinnen, Studenten, Architekten und Programmierer aus dem Hause Siemens, bei solch einem Mummenschanz mitzumachen? „Es ist die pure Lust am Rollenspiel“, sagt Martin Liebscher, „Tolkiens Roman-Trilogie ist die perfekte Vorlage für ein fantastisches Nacherleben unglaublicher Abenteuer.“

Dieses Abtauchen in eine Fantasiewelt – und dies nicht nur für die drei Kinostunden – nutzt im Cinestar-Foyer auch Werner Nixdorf aus Allersberg. Er stellt einen Ork dar. Als er die Maske fallen lässt, sind alle (spielerisch) ganz schön erschrocken. pm
17.12.2003 0:00 MEZ
  
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17.12.2003